Bedeutung der Krippen

Die Krippen, die in der Adventszeit die Auslagen der Schaufenster und auch viele Wohnzimmer schmücken, haben einen sehr praktischen Hintergrund. Sie stellen einen Ausschnitt aus der klassischen Weihnachtsgeschichte dar, so wie sie die Evangelische und Katholische Kirche ihren gläubigen Mitgliedern und aller Welt verkündet. Ausgangspunkt dieser Geschichte ist eine Volkszählung, die Kaiser Augustus in Auftrag gegeben haben soll. Dabei sollten sich alle Familienmitglieder am Wohnort ihres ältesten männlichen Ahnen einfinden. Auch die schwangere Maria machte sich zusammen mit Joseph auf den Weg. Kaum sind sie in Bethlehem angekommen, setzen bei Maria die Wehen ein und trotz aller Bemühungen finden sie kein geeignetes Obdach. Also ziehen sie sich in einen der in die Felsen gehauenen Schafställe zurück, wo Maria ihrem Joseph am Weihnachtsabend seinen Sohn in die Arme legen kann. Sein erstes Bettchen findet das Christkind in einem mit Stroh ausgelegten Futtertrog. Diese Szene wird seit dem dritten Jahrhundert in den Krippen nachgestellt. Dabei beschränkten sich die ersten in der Adventszeit aufgebauten Krippen auf die Schlafstatt des Jesuskindes. Damit wollte man auch den gläubigen Menschen die Verehrung der heiligen Stätte ermöglichen, die aus den verschiedensten Gründen nicht zum Originalschauplatz des Geschehens in Bethlehem pilgern konnten.

Über fast vierzehn Jahrhunderte wurden die Krippen ausschließlich in den Kirchen aufgebaut. Erst nach 1500 wurden die ersten Krippen im Miniaturformat gebaut. Was der Auslöser für diesen Wandel war, kann man heute nicht mehr verlässlich nachvollziehen. Die Kirchenhistoriker gehen allerdings davon aus, dass die Beweggründe denen im dritten Jahrhundert sehr ähnlich gewesen sein müssen, denn die ersten Krippen in der noch heute genutzten Form tauchten vor allem in den bäuerlichen Anwesen auf dem Lande auf. Deshalb wird vermutet, dass den Bauern und ihren Angestellten in der Weihnachtszeit aus den unterschiedlichsten Gründen der Gang zur Kirche nicht möglich gewesen sein könnte und man sich trotzdem eine Möglichkeit schaffen wollte, dem kirchengeschichtlich wichtigen Schauplatz die gebührende Ehre zu erweisen. Zuvor war man schon dazu übergegangen, sich in den Wohnhäuser altarähnliche Aufbauten zu schaffen, an denen man beten konnte, wenn man keine Möglichkeit hatte, am Gottesdienst in der Kirche teilnehmen zu können. Inzwischen haben die Krippen als hübsche Dekoration auch Einzug in die weihnachtlichen Wohnzimmer der Menschen gefunden, die weder an die Geburt Christi noch an einen allmächtigen Gott in irgendeiner Form glauben.

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